Muttertag. Wieder

Muttertag. Der andere.


Du hast mir keine Blümchen gepflückt. Stattdessen gieße ich Blumen an deinem Grab. 

Du hast mir kein Bild gemalt. 

Stattdessen male ich deinen Namen mit dem Finger in die Wolken.

Statt dich in die Arme zu nehmen, trage ich dich im Herzen.

Meine Hände so leer ohne die deinen. Stattdessen der Kopf so voll von Gedanken.


Durch dich wurde ich Mutter. Lange noch vor deiner Geburt, schon mit der blassen Idee von dir, mit dem sehnlichen Wunsch nach dir, mit der bunten Vorstellung deines Seins in mir.


Das bleibt dein Geschenk auf ewig. 

Ich bin beraubt um ein Leben mit dir. Und ich fühle mich dennoch beschenkt durch dich.


Mit deinen Geschwistern sitzend im Gras und Ausschau haltend nach einem Schmetterling,

mit einem Glas Wein in der Hand und dem Blick, der in die Ferne schweift über den Horizont,

bin ich Mutter von euch drei.


Ein Muttertagslied tönt von der Autorückbank zu mir herüber mit zwei Stimmen und ich habe immernoch die Art wie du "Mama" sagst in meinem Ohr. 

Bin beschenkt. Bin Mutter von euch drei.