Artikel mit dem Tag "Sternenkind"



17. Juli 2025
Ich war noch nie vorher so einsam gewesen als nach deinem Tod. Ich war gewollt viel alleine - gegen die Einsamkeit - nein, das ist kein Widerspruch. Ich war so viel allein, um mit dir zu sein. Um es zu lernen, dir nahe zu sein ohne Nähe. Ich hab mich durchgegraben aus der tiefen Leere, die alles einnahm, bis zu diesem einen Platz. Es ist dieser Platz im Herzen, der nie leer wird, weil er nie ganz gefüllt war. Ein Schatten, der nicht dunkelt, sondern brennt. Ich sehe dich nicht mehr, aber du...
06. Juni 2025
Ich seh mir das Foto von dir an. Ganz genau. Zomme hin und her in jede Ecke und jeden Pixel deines kleinen Gesichtes, das auf manchem Bildern so sehr vom Krebs gezeichnet ist, dass sich alles in mir zusammenzieht. Als hätte ich es nicht schon tausende Male gesehen...und in echt erlebt. Aber es bleibt unbegreiflich. Dass Kinder sterben, ist so unbegreiflich, so fern, so unwirklich, ist gegen alles, was wir vom Leben erwarten. Nicht zu begreifen.. dabei bist du - mein eigenes Kind - in meinen...
16. Mai 2025
Pflaster aus Liebe Ich sehe dich, wie du damals auf dem Krankenhausbett lagst. So viele Pflaster, Verbände und Schläuche, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dich, mein Kind, gar nicht mehr zu sehen. Doch deine Augen – groß, mutig, so lebendig – blickten mich an mit einer Kraft, die mein eigenes Herz erschütterte. Du hast gelächelt, als würdest du nicht kämpfen, sondern fliegen. Und ich wollte nichts, als dich halten, festhalten, dich retten – doch alles, was ich tun konnte, war...
27. April 2025
Wie glücklich wir waren.. Schnappatmung, weil die Luft nicht gereicht hat, um es einzusagen, was in ihr lag. Nur kurz war uns dieses vollkommene Glück gegönnt. Aber ich weiß immernoch, wie es sich in meiner Nase angefühlt hat, das Glücklichsein zu atmen. Ich weiß immernoch, wie das normale Leben als ein ganz besonderes Dessert schmeckt. Nur kurz lag Süßes auf meinen Lippen, weil ich dir Küsse geben konnte. Nur kurz habe ich gekostet und ausgekosten dürfen, wie unbeschwert die Tage...
18. April 2025
Ewiger Karfreitag. Gekreuzigt ohne Auferstehung. Jedes Jahr wieder, seit deinem Tod. So fühlt es sich an. Wie hast du dich nur gefühlt damals?! "Beginnende Lähmung der rechten Gesichtshälfte" stand in einem der Arztbriefe, den ich erst Monate später nach deinem Tod gelesen habe. Am dem Karfreitag war es so lähmend, dass ich auch heute erstarren könnte daran denkend. Ob deine Beine jetzt versagen, habe ich mich gefragt, als du nach wenigen Metern mit langsamen Schritten, auf den Arm...
15. März 2025
Ein paar Tränen (Worte) zu meinem Geburtstag.. Ich habe seltsamerweise den ganzen Tag nicht weinen müssen. Bis.. Bis ich mich etwas länger im Spiegel betrachte. Eigentlich nur meine Augen, die ihr Leuchten verloren haben seit deinem Tod, mein Kind. Ich habe dir alles helle Strahlen mitgegeben, damit dein Stern am hellsten funkelt. Damit ich ihn dann finden konnte in meinem Dunkel, in meinem Sein ohne dich. Wie ein tiefer Ozean ist die blaue Augenfarbe, auf dessen Grund nur tiefe Sehnsucht...
07. März 2025
Die lila Tulpen in der Vase an deinem Grab halten sich tapfer schon seit über einer Woche. Nachts ist es noch frostig.. Krokusse bilden lila Teppiche auf Wiesen - deine Lieblingsfarbe legt sich um mein Herz. Schneeglöckchen bringen mich zum Weinen. Der Rosenstrauch, dein Rosenstrauch trägt erste Knopsen und in meiner Nase liegt der Duft davon, wie du deine kleine in eine Blüte steckst.. Du hast Blumen geliebt. Und jetzt muss ich sie auf diese absurde Weise anders lieben. Blumen an dein Grab...
25. Februar 2025
Steigender Puls. Meine Finger tasten, was sie schon mal kannten - ein Lymphknoten, geschwollen. Irgendwo da an deinem kleinen warmen Körper, wo dir so viele entfernt worden sind. Du schläfst ruhig, eingekuschelt, friedlich. Erholen wollten wir uns von drei OP's und Dingen, die kein Kind erleben sollte. Vom Krebs. Erholen. War nicht. War wieder da. Zwischen meinen Fingern. War wieder die Gewissheit da, auch ohne Diagnostik. In einem Hotelzimmer ertrug ich die eigene Gewissheit und...
15. Februar 2025
Wenn die eigene Schwester an Krebs starb, hat ein Kind Fragen, die an Schwere kaum zu übertreffen sind. Und zu merken, dass ich sie nur bedingt beantworten kann, ist ein bisschen wie Salz auf offener Wunde. Ich habe mir genau diese in unzähligen schlaflosen Nächten gestellt und mühsam gelernt, mit den Fragezeichen zu leben. Zu merken, dass es Antworten gibt, die jedes Ungerechtigskeitsempfinden ins Unermessliche wachsen lassen, ist wie offene Wunden nochmal aufreißen. Ich habe mir ein...
02. Februar 2025
Weiche Haut und zarte Narben - meine Hand auf deinem Köpfchen. Meine Lippen an deinem Ohr mit leisen Versprechen vom Guten, das uns dann doch verraten hat. Hörst du mich immer noch flüstern, dass du es geschafft hast? Dass jetzt alles gut wird.. und spürst die Wärme der Träne, die trotz aller Vorsicht, doch auf deiner Wange gelandet ist? Wie ein bleischweres Gewicht, das gar nicht von den Schultern -viel mehr aus dem Herzen- weicht. Falsche Versprechen in wahrhaftigsten Momenten. Nicht...

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