"Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf." -steht auf der Danksagungskarte, die wir an alle Gäste unserer Hochzeit verschickt hatten.
Als ich sie das erste Mal wieder in der Hand hielt, nachdem du nicht mehr da warst, unser geliebtes kostbares Kind, musste ich bei dem Wort "erträgt" eine lauten Schrei von mir geben, der in leises Wimmern überging. Aufeinmal war da so viel Schwere in diesem vielversprechenden Bibelzitat.
Wie sollte die Liebe noch mehr ertragen als das, was wir durch hatten. "Glaubt alles, hofft alles" war nicht mehr.
Erträgt,
erträgt.. alles..
hallte und pochte in meinem Kopf.
Du warst die Krönung unserer Liebe zueinander. In der Hochzeitsrede hat dein Papa davon gesprochen, wie er sich freut, für unsere Kinder Pfannkuchen zu backen.
Und dann waren aufeinmal nur noch Erinnerungen an Pfannkuchenduft in der Küche da und wir so schrecklich einsam ohne dich. Zusammen einsam.
Heute hielt ich die Karte wieder in der Hand. Zehn Jahre ist es her und mir kommt es vor wie hundert.
Die Liebe hat bis hierher ertragen.
Getragen.
"Hält allem stand" - war das, was mir Tränen in den Augen beschert hat.
Hält stand der Einsamkeit, die wir uns gegenseitig nicht nehmen können, weil dein Tod jeden für uns auf seine Art allein zurückgelassen hat.
Hält stand und uns zusammen, weil wir lieben. Dich und einander und uns gegenseitig dafür, dass du die Krönung unserer Liebe warst und bist.

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