Der Kopf leer. Das Herz voll.
Heißt es so oft. Den Kopf frei bekommen um mit dem Herzen zu sehen.
Mein Kopf ist voll und mein Herz erst recht. Ich schaufele und schütte von einem zum anderen. Mal sind Gedanken auf der Schaufel, mal Gefühle. Oft sind es gefühlte Gedanken und gedachte Gefühle. Alles im Konjunktiv aller Möglichkeiten, immer noch "was wäre wenn". Wenn du, mein Kind nicht krank geworden wärest? Wenn du wieder gesund hättest werden dürften.
Wenn nur irgendwer irgendwas anders gemacht hätte, eine andere Entscheidung getroffen, eine frühere oder gar keine)
Wärest du hier mit mir am Meer und würdest den Sonnenuntergang bestaunen oder immernoch und wieder hinter zugezogenen Vorhängen und bei piepsenden Geräten im Klinikzimmer versuchen in den Schlaf zu finden?
Mein Kopf wird nie leer sein, weil ihm die Erinnerung und Vorstellungskraft vom Konjunktiv zur Lebensaufgabe wurden. Ich sehe trotzdem mit dem Herzen und eventuell und ganz vielleicht gerade deswegen.
Ich erwarte keine Antwort. Nicht von meinem Kopf.
Das volle Herz schaut den Wellen zu, wie sie Gedanken her spülen und wieder fort.

Kommentar schreiben