Eltern-Kind Bleiben

Ich seh mir das Foto von dir an. Ganz genau.

Zomme hin und her in jede Ecke und jeden Pixel deines kleinen Gesichtes, das auf manchem Bildern so sehr vom Krebs gezeichnet ist, dass sich alles in mir zusammenzieht.

Als hätte ich es nicht schon tausende Male gesehen...und in echt erlebt.


Aber es bleibt unbegreiflich. 


Dass Kinder sterben, ist so unbegreiflich, so fern, so unwirklich, ist gegen alles, was wir vom Leben erwarten. Nicht zu begreifen.. dabei bist du - mein eigenes Kind - in meinen Armen gestorben. 


Aber dieser Verlust entzieht sich eben allem, was sich begreifen lässt. Er ist zu groß, zu widersinnig, zu schmerzhaft. Es ist ein Stück Wirklichkeit einfach herausgerissen worden – als gäbe es einen Ort in mir, an dem nichts mehr heilt.

Da ist etwas, das sich nicht wieder  zusammensetzen lässt.


Aber genau dort, in dieser fragenden Leere wohnt auch, tiefer als Worte, die Erkenntnis: du warst da, und bist es – in jedem Gedanken, jedem Herzschlag, jeder Träne. In der maßlos unendlichen Liebe, die zu verbinden vermag, was ich nicht halten konnte zwischen war und ist.


Vielleicht ist es diese Liebe, die dem Unbegreiflichen ein wenig Würde gibt. Und Sinn - nicht dem Tod, aber dem zu kurz gelebtem Leben.


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