Pflaster aus Liebe

Pflaster aus Liebe


Ich sehe dich, wie du damals auf dem Krankenhausbett lagst. So viele Pflaster, Verbände und Schläuche, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dich, mein Kind, gar nicht mehr zu sehen. Doch deine Augen – groß, mutig, so lebendig – blickten mich an mit einer Kraft, die mein eigenes Herz erschütterte. Du hast gelächelt, als würdest du nicht kämpfen, sondern fliegen. Und ich wollte nichts, als dich halten, festhalten, dich retten – doch alles, was ich tun konnte, war einfach nur bei dir zu sein.

Jeder Tropfen durch die Schläuche war Hoffnung und Schmerz zugleich. Du hast es getragen mit einer Würde, die mir den Atem nahm. 


Ich sehe dich im Wohnzimmer spielen.  Krankenhaus natürlich. Ohne Schläuche und mit ein paar Verbänden weniger, fagst du nach Pflastern. Ich sehe dich und wie meine Finger das Papier abziehen und deine kleinen geschickt das Plaster kleben. Nicht mehr aus Notwendigkeit, sondern aus Freude. Wir lachen und mein Herz weint trotzdem - das Pflaster auf die Stirn, auf dein Kinn, auf meinen Arm, auf deine Wange – wir waren ein Team. Krieger mit bunten Wunden.


Du warst so stark, mein Kind. Viel stärker, als es ein Mensch je sein sollte. Und ich? Ich war einfach nur deine Mutter. Voller Liebe, voll Angst, voller Hoffnung, die ich dir nicht zeigen musste – denn du hattest genug davon für uns beide.


Jetzt ist es schon lange still. Kein Piepen der Geräte mehr, kein Rascheln deiner Bettdecke, kein leises Murmeln im Halbschlaf. Nur Stille ohne deine Stimme. Und in dieser Stille spreche ich mit dir und schaue Fotos. Von den Pflastern und manchmal auch von den Schläuchen. 


Dein Mut ist in meiner Brust.


Ich trage dich. Immer.

Und wenn die Welt mir zu schwer wird, klebe ich mir ein Pflaster, das ich mir selbst gebastelt habe, auf die Wunde. 

Für dich.

Für uns.

Aus Liebe.

Liebespflaster.

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